Zahnimplantate stellen in der Regel Titanschrauben dar, welche in den Kiefer eingebracht werden. Auf diesen kann ein fester Zahnersatz (3. Zähne) verankert werden ähnlich einem Dübel in der Wand, an dem sie ein Bild aufhängen. Diese Methode bietet den besten Halt bei bestmöglicher Ästhetik. Hiermit können einzelne Zähne ersetzt werden oder strategische Brückenpfeiler geplant werden, auf denen eine Brücke eingebracht wird. Auch der zahnlose Kiefer kann so mit minimaler Prothesengröße (z.B. gaumenfrei) versorgt werden. Dabei kann der weitere Knochenabbau mit resultierendem schlechten Prothesenhalt, zu welchem konventionelle Versorgungen führen, reduziert werden.
Digitaler Scan, 3D-Röntgen und 3D-Druck
Hierfür kommen modernste CAD-/CAM-Verfahren zum Einsatz. Statt einer Abformung der Kiefer mittels Materialien wie z.B. Alginat werden diese kontaktlos gescannt, um einen digitalen Datensatz zu erhalten. Das 3D-Röntgen (DVT) dient dazu, zu überprüfen, ob das Knochenangebot ausreichend ist und wie der anatomische Bezug zu Nachbarstrukturen wie Nerven oder der Kieferhöhle ist. Diese beiden Datensätze werden gematcht und das Implantat virtuell in den Kiefer gesetzt. Auf dieser Basis wird dann eine Schablone mit Führung für die Bohrer gesetzt (‚Bohrschablone‘), so dass das Implantat mit größter Wahrscheinlichkeit dorthin gesetzt werden kann, wo das optimale Knochenangebot ist UND der Zahn bestmöglich zur Gegenbezahnung passt.
Zeitpunkt
Im herkömmlichen, koventionellen Ablauf wird ein Zahn gezogen oder der Bereich ist bereits seit einiger Zeit zahnlos. Diese sogenannte ‚Spätimplantation‘ findet frühestens etwa 4 Monate nach Zahnentfernung statt. Oft zeigt sich dann ein Knochenabbau, welcher eine Implantation ohne Knochenaufbau unmöglich macht. Der sogenannte Knochenaufbau bringt eine weitere Abheilzeit von 4-6 Monaten mit sich.
Sofortimplantation
Dies stellt das Implantatsetzen unmittelbar nach einer Zahnentfernung dar. Hierdurch fallen die obengenannten zeitlichen Verzögerungen weg, und es kann die Anzahl der Eingriffe reduziert werden, was die Behandlungsdauer verkürzt. Dadurch, dass das Operationsgebiet nicht aufgeklappt und mittels eines sogenannten Lappens gedeckt werden muß, ist das Operationstrauma reduziert. Dies ist in vielen Fällen möglich und wird selbstverständlich in Ihrem Fall geprüft.
Verbesserung der körpereigenen Regeneration durch Biostimulation (PRF)
Zusätzlich zur Planung und exakt ausgeführten OP ist es möglich, den Heilerfolg biologisch zu optimieren. Im Rahmen der Sofortimplantation kann eigener lokaler Knochen mit PRF vermischt werden, um dem Implantat mehr Stabilität zu geben. Eine spezielle Membran, welche ebenfalls aus dem Blut gewonnen wird, kann die Wunde zusätzlich abdecken und bietet mehr Schutz.
Hierfür dient ein biologischer, körpereigener Cocktail mit hyperphysiologisch angereicherten Wachstums- und Regenerationsfaktoren.
PRF ist ein bioaktives patienteneigenes Blutkonzentrat, bestehend aus Leukozyten, Thrombozyten, Wachstumsfaktoren und Plasmaproteinen eingebettet in einem Fibringerüst.
Physiologischerweise spielen diese Faktoren eine wichtige Rolle in der Wundheilung und Regeneration. Durch die Applikation von PRF muß die Zellrekrutierung und Akkumulation nicht abgewartet werden, sondern die Phasen der Wundheilung laufen parallel nebeneinander und nicht, wie üblich, nacheinander ab.
Somit können wir erreichen:
- schnellere Wundheilung
- verbesserte Wundheilung bei maximalem Gewebeerhalt
- schmerzfreiere Wundheilung
- weniger Schwellung
- einen optimierten Knochenaufbau
- bessere Festigkeit von Zahnimplantaten bei der Sofortimplantation
- Verringertes Entzündungs- und Wundinfektionsrisiko